Aber einen Joker-Redakteur kann so schnell nicht erschrecken, also haben wir den Patronengurt umgeschnallt und todesmutig die CD eingelegt. Und siehe da, die namenslose Westernstadt erweist sich als äußerst witziges... tja, könnte man sowas Action-Adventure nennen?
Wie einst beim "Psycho Killer" bleibt das Spielziel zunächst im Dunkel, überhaupt erinnert der Ablauf an On-Lines CD-Pionier: Der Rechner gibt Aktionsmöglichkeiten vor, der Spieler such eine aus und betritt dann beispielsweise einen Saloon.
Gelegentlich erscheinen animierte Zwischensequenzen und zeigen den Handlungsverlauf aundernorts, wenn zum Beispiel ein berittener Revolverheld in die Stadt einfällt, um Rache für seine umgenieteten Bandenkollegen zu nehmen. Die folgenden Duelle werden dann im "Operation"-Stil absolviert.
Hört sich langweilig an? Ist es aber (zumindest anfänglich) nicht, denn im Gegensatz zur Killer-Hatz gibt's hier keine verschwommenen Digi-Bilder sondern astrein animierte Polygon-Grafik à la "Another World".
Egal, ob ein Geier im Sturzflug den Duellkontrahenten kampfunfähig macht oder man vom Pferd haushoch aus der Scheune getreten wird, ständig nimmt sich das Game auf die Schippe, ständig gibt es etwas zu lachen. Dazu kommen knackige FX, stimmungsvolle Musikstücke, englische Sprachausgabe und eine tadellose Pad-Steuerung.
Tja, wäre das Gameplay nicht gar so beschränkt, aus dieser Scheibe hätte ein Hit werden können! (rl)